BuyMyDate
 
 
Ich will ficken. Du willst ficken. Sein wir doch mal ehrlich, wir alle wollen, vielleicht nicht nur „das Eine“, aber wir wollen auch „das Eine“.
Und, anstatt einfach auf der Straße den Nächstbesten oder die Nächstbeste anzusprechen, der oder die uns gefällt, folgen wir den uralten Balz-Riten, die uns alle nerven, ohne die sich aber ja doch fast jeder überrumpelt fühlt. Wer weiß denn schon, wo einer so überall gewesen ist, der einen einfach so fragt, ob man Bock hat.
 
Eine prima Möglichkeit zur gepflegt hemmungslosen Balz sind die Fickelbörsen, die sich anschicken, die verschissenen Preisvergleichsseiten als allgegenwärtigste Art von Internetseite abzulösen.
Da gibt es die offensichtlicheren wie friendscout24.de, ilove.de und wie sie alle heißen. Hier treffen sich hässliche Menschen und Fakes zum Stelldichein und versuchen sich gegenseitig weiss zu machen, sie seien in irgendeiner Form begehrenswert. Wie oft die Täuschung klappt, darüber möchte ich nicht spekulieren.
Dann gibt es die etwas weniger offensichtlichen wie OpenBC und das StudiVZ, die das Paarungsverhalten in den Deckmantel einer professionellen bzw. sozusagen unilateralen Community wickeln.
 
Und dann gibt es seit kurzem buymydate.de.
Und das ist exakt das, wonach es klingt. Wie uns die Seite unter dem cool benannten Punkt „Check ab wie´s geht“ informiert, erhält der Loser, Entschuldigung, der User hier die Möglichkeit, sich „ein Date zu ersteigern!“. Für diejenigen die „Kein Glück beim Flirten“ haben.
Man kann das Blaue vom Himmel bieten, eine Fußmassage oder natürlich Geld.
Kurz gesagt: Hier finden Hobbynutten einen mehr oder weniger cool gestylten Marktplatz, auf dem sie ihre Waren feilbieten können.
 
Ist das nun revolutionär und empfehlenswert oder einfach nur vulgär?
Nun, jedem, der mit einem zwei- oder dreistelligem IQ gesegnet ist, wird auffallen, dass die interessantesten Photos offensichtlich keine privaten sind. Insofern bietet sich die Seite ohnehin nur für Studien über die Verzweiflung der intellektuellen Unterschicht an. Somit bleibt eigentlich nur noch vulgär.
 
Doch ist das Ganze wirklich so ungewöhnlich?
Man muss ja nicht in den Puff gehen, um für Sex zu bezahlen, jeder der sich da irgendwelchen Illusionen hingibt, darf sich hiermit als ausgelacht betrachten. Ob man jetzt ein Date kauft oder in der Disco einen Vodka-Red Bull nach dem anderen ausgibt, in der vagen Hoffnung, auch mal rein zu dürfen, man zahlt doch immer. Auch wenn der Adler dann gelandet ist und man sich gemeinsam für das Geschäftsmodell „Beziehung“ entschieden hat, darf man weiter löhnen. Aber es ist halt (zumeist) billiger als Puff, also lässt man den Fisch im Netz. Man könnte also urteilen, dass das Balzverhalten einer Lotterie ähnelt: Man investiert eine (un-)gewisse Summe, um langfristig Geld zu sparen. Vielleicht auch, um nicht so weit fahren zu müssen.
 
Wenn ich mir mein heutiges Geschreibsel so durchlese, merke ich, dass ich mal wieder zu keinem Ergebnis kommen werde. Wie denn auch, die zu Grunde liegenden Probleme sind mindestens so alt wie unsere aktuelle Weltordnung und werden kaum innerhalb eines Blogeintrages gelöst werden.
Insofern bleibt mir nur, das offensichtliche Fazit zu ziehen: Frauen sind Schlampen, Männer sind Idioten.
 
Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag.
Donnerstag, 30. November 2006
Alles Schlampen ausser Mutti