Second Life ...
 
 
Wer kennt und schätzt ihn nicht, den in Ehren ergrauten Scherz: „Ich arbeite gerade an meiner dritten Million. Die ersten beiden haben nicht geklappt.“
Haha, da lacht das ebenso in Ehren ergraute Volk immer wieder gerne, wenn quasi-Menschen wie Fips Asmussen diese Mumie eines Kalauers auf´s Neue hervorkramen.
Bei einer dieser Butterfahrten war offenbar auch ein Mann namens Philip Rosdale dabei und dachte sich, „Warum soll das nur mit Millionen gehen, ich mach das mit Existenzen.“ Und geboren ward Second Life, die zweite Chance für alle, die hier keiner haben will.
 
Da wird nun die Putzfrau zur Domina, der Schreibtischhengst zum Superhelden und der dicke kleine Pickelträger zum Rockstar.
 
Zunächst mal mag man es traurig finden, dass sich Menschen in eine virtuelle Welt flüchten, weil sie mit der echten nicht klarkommen. Und natürlich hätte man Recht damit.
Doch dies ist ja auch nur eine natürliche Weiterentwicklung des Internets als fabelhaftes Königreich der gesellschaftlich Aussätzigen. Wenn sich ein braungebrannter Sunnyboy mit schickem Sixpack und eine vollbusige Blondinge auf der Sonnenbank verabreden und nach dem virtuellen Sex in den Sonnenuntergang fliegen, ist das im Grunde auch nix anderes als heißer Lesben-Cybersex im Chat, bei dem beide genau wissen, am anderen Ende tippt auch ein warzengesichtiger Pubertätsazubi, der im wahren Leben nicht mal seine dreckige Brille klarmachen kann. Solang keinem von beiden ein „Ich steck ihn dir ganz tief rein“ rausrutscht, kein Problem.
 
Was soll ich sagen. Wenn man das Internet als soziales Experiment betrachtet, ist es gescheitert. Aber wenigstens grandios.
Dienstag, 21. November 2006
Für Leute, die kein erstes haben.