Haben wir‘s bald mal?
 
 
Dani Levys Film "Mein Führer" kommt in die Kinos und die deutsche Presse weiß mal wieder nicht, wie sie mit dem Thema Hitler umgehen soll.
Und die, die es zu wissen glauben, machen sich wie gewohnt zum Deppen. So wird gerne die Frage gestellt, ob man denn überhaupt über Hitler lachen dürfe.
 
Cristina Nord von der taz schleudert den Fragestellern nun entgegen, sie litten an Reflexhaftigkeit und Gedankenarmut.
 
"Wovor hat man Angst? Vor Bagatellisierung? Vor Entlastung? Gegenfrage: Ist ein bleischweres Führerbunkerdrama wie 'Der Untergang' nicht viel apologetischer? Indem es Hitler so ernst nimmt, dass es ihn verstehen will, zollt es ihm eben jenen Respekt, den man dem Mann doch bitte schön wenigstens postum versagen sollte."
 
Ok, "Mein Führer" interessiert mich nen Scheiß, aber ich muss mich einfach über diese gewohnt debile Verbohrtheit der angestrengt Linken aufregen.
 
Über die Klassifizierung von "Der Untergang" als "bleischwer" lasse ich mich mal nicht aus, die ist nur ein Symptom der Verbohrtheit. Auch die Peinlichkeit, eine derart bescheuerte Frage nicht geraderaus beantworten zu können, soll jetzt ebenso wenig weiter beachtet werden wie die seltsame Vorstellung, Hitler habe bis zu diesem Film in hohem Ansehen gestanden.
 
Aber diese schwachsinnige Ansicht, man dürfe Hitler nicht verstehen wollen, ist doch einfach nur erbärmlich.
 
Es geht doch nicht um das Zollen von Respekt, es geht darum, Hitler nicht länger als mystisches Höllenwesen anzusehen, das aus einer anderen Dimension zu uns herübergeschwebt ist und den Menschen mit seinen übernatürlichen Kräften die Hirne vernebelt hat.
Diese Ansicht ist nur ein reiner Selbstschutz vor der Einsicht, dass das Böse in jedem von uns steckt. Ohne diese Tatsache zu akzeptieren, kommen wir doch auch nicht weiter.
Aber nein, die Linke versteckt sich beim Bombenalarm lieber unterm Tisch und muss mal wieder beweisen, dass sie die Stammtischpolemik der Rechten längst für sich entdeckt und einfach auf diejenigen umgemünzt hat, die sich für zu intelligent halten, um jemals in die Fänge jedweder niederen Versuchung zu geraten.
 
Herzlichen Glückwunsch: Ihr seid genau so dumm wie die Hirnis, die sich freiwillig die Köpfe rasieren.
Samstag, 6. Januar 2007
Mein Führer - Der Untergang